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Hintergrund / politische Ziele
Die Europäische Union möchte bis 2010 zur "wettbewerbsfähigsten, wissensbasierten Gesellschaft der Welt" werden - was bedeutet dieses ehrgeizige Vorhaben für den Bildungsbereich?
Bereits 1996 veröffentlichte die Europäische Kommission das Strategiepapier "Lernen in der Informationsgesellschaft". 1997 wurde mit der Veröffentlichung des Dokumentes "Für ein Europa des Wissens" dargelegt, dass vom Bildungswesen als einem Hauptpfeiler der unionsinternen Politik ein wesentlicher Beitrag zum Erreichen dieses Zieles (= wettbewerbsfähigste, wissensbasierte Gesellschaft der Welt zu werden) erwartet wird. Das hohe Niveau der allgemeinen und der beruflichen Bildung in Europa ist bis dato der stärkste Wettbewerbsvorteil der europäischen Wirtschaft. Nichtsdestotrotz sind große Anstrengungen vonnöten, um den künftigen Herausforderungen einer globalisierten und technisierten Weltwirtschaft gerecht zu werden ohne den Lebensstandard der europäischen Bevölkerung zu beeinträchtigen bzw. den sozialen Zusammenhalt zu gefährden. Mit der Schaffung eines offenen und dynamischen europäischen Bildungsraumes soll vor allem auch der verstärkte Erfahrungsaustausch und die bessere Verbreitung von innovativen und erfolgreichen Bildungsansätzen gefördert werden. Mit dem Grundsatzpapier "eLearning - Gedanken zur Bildung von morgen" hat die Europäische Kommission als Teil von "eEurope 2002" einen gesonderten "eLearning" - Aktionsplan ausgearbeitet und am Europa-Server eine eigene Webseite eingerichtet:
http://elearningeuropa.ibernet.com/
Ein ganzes Bündel komplementärer Massnahmen ist nunmehr darauf ausgerichtet, den Bildungsbereich möglichst rasch und umfassend auf die Informationsgesellschaft vorzubereiten. Die "eLearning" - Initiative hat folgende Schwerpunkte:
Einerseits wurden die Prioritäten im Rahmen bestehender
Programme (SOKRATES, LEONDARDO DA VINCI, JUGEND, KULTUR, MEDIA uvm) neu ausgerichtet,
andrerseits wurden auch eigene Budgetposten eingerichtet. So werden im Rahmen
des "eLearning"
- Aktionsplanes regelmäßig gesonderte Aufrufe für Projekteinreichungen
veröffentlicht.
War der Anschluss aller Schulen ans Netz vor Ende 2001 ein wesentliches Ziel
von "eEurope
2002", so strebt der neue Aktionsplan "eEurope
2005: eine Informationsgesellschaft für alle" den großräumigen
Breitbandanschluß aller Schulen an das Internet an. Geht es nach den Vorstellungen
dieses Aktionsplanes, so sollen Schulen künftig auch an das europäische
Forschungsnetz angeschlossen werden.
Die Mitgliedsstaaten haben sich überdies selbst dazu verpflichtet, sich
einem regelmäßigen Benchmarking auszusetzen, damit überprüft
werden kann, inwieweit die Europäische Union die Ziele des Aktionsplanes
umsetzt.
Die Verbesserung des Lernens und Lehrens an und in Schulen im digitalen Zeitalter
ist somit eine bedeutende politische Priorität geworden.